Wer Fachkräfte sucht, darf sich nicht um Ausbildung drücken

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Dachzeile Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein

Heute wird in Kiel die Bilanz zum Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein vorgestellt. Dazu macht Laura Pooth, Vorsitzende des DGB Nord, deutlich: „Angesichts des Fachkräftemangels in zahlreichen Branchen ist es nicht nachvollziehbar, dass die Zahl der Ausbildungsstellen erneut deutlich gesunken ist und damit jetzt auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren liegt.“ 

Die Gewerkschafterin fordert die Unternehmen auf, sich wieder stärker in der Ausbildung zu engagieren: “Wer Fachkräfte sucht, darf sich nicht um Ausbildung drücken.” Auf dieses Signal würden junge Menschen aktuell warten: “Sie müssen spüren, dass die duale Ausbildung auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Zukunft hat und dass sie dringend als Fachkräfte von morgen gesucht werden“, so Pooth.  

Wichtig sei zudem, dass Jugendliche ihren Wunschberuf erlernen können. Laura Pooth: “Das geht nur, wenn es ausreichend Ausbildungsplätze zur Auswahl gibt. Denn wer den eigenen Wunschberuf ergreift, bleibt dem Beruf auch länger erhalten.”  

Ein weiteres drängendes Thema sei bezahlbarer Wohnraum für Azubis, erklärt Wiebke Oetken, die Leiterin der Jugendabteilung des DGB Nord: „Eine kürzlich vom IAB veröffentlichte Studie zeigt, dass insbesondere die zu hohen Wohnkosten junge Menschen davon abhalten für ihre Ausbildung den Wohnort zu wechseln. Das geplante Azubiwerk Schleswig-Holstein kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende entsteht." 

Hintergrund: Das betriebliche Ausbildungsplatzangebot sinkt weiter um 869 Plätze bzw. um 5,0 Prozent auf 16.384 Plätze und damit den niedrigsten Stand seit 2010. Die Zahl der Bewerber*innen bleibt dagegen nahezu stabil und sinkt um 0,2 Prozent auf ca. 14.780.

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