Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 6 - 14.02.2023
DGB Ausbildungsreport

Berufsorientierung in M-V verbesserungswürdig

Mehr als ein Viertel der Auszubildenden macht regelmäßig Überstunden, viele müssen Aufgaben erledigen, die nichts mit ihrer Ausbildung zu tun haben, 23 Prozent der Auszubildenden in M-V macht die Ausbildung in einem Beruf, der nicht geplant war – nur drei Ergebnisse des neuen Ausbildungsreport Mecklenburg-Vorpommern, den die DGB-Jugend Nord heute in Schwerin vorgestellt hat.

Die wichtigsten Ergebnisse des Ausbildungsreports

 

Ausbildungsreport MV

Ausbildungsreport MV DGB Nord

Fehlende Berufsorientierung

Für junge Menschen spielt das Interesse am Beruf die mit Abstand wichtigste Rolle bei der Berufswahl. Leider machen fast ein Viertel aller Befragten eine Ausbildung in einem Beruf, der eigentlich nicht geplant war. Das hat erhebliche Auswirkungen sowohl auf die Zufriedenheit mit der Ausbildung als auch auf eine mögliche Vertragslösung. Nur 27 Prozent der Auszubildenden hat angegeben, dass die schulische Berufsorientierung bei der Berufswahl geholfen hat, auch nur ein Drittel hat sich durch die Agentur für Arbeit beraten lassen.

Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender DGB Nord:

„Wir brauchen die Jugendberufsagenturen als zentrale Anlauf- und Beratungsstellen für alle Ausbildungsinteressierten flächendeckend in M-V. Wir werden ihren Ausbau ebenso wie die Umsetzung des im Koalitionsvertrag sowie im Industriekonzept festgeschriebenen „Zukunftsprogramms Berufliche Schulen“ im Fachkräftegipfel Ost am 27. Februar sowie Zukunftsbündnis M-V am 17. März zum Thema machen.“

Wiebke Oetken, Bezirksjugendsekretärin DGB Nord:

„Bei der Ausbildung handelt es sich nicht um ein Arbeits-, sondern um ein Lernverhältnis. Die Azubis haben ein Recht auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung als Start ins Berufsleben, die Betriebe die Pflicht den Jugendlichen die Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Dazu brauchte es keine Überstunden, sondern qualifizierte fachliche Anleitung jenseits von Kaffeekochen und Rasenmähen.“

Ausbildungsreport MV

Ausbildungsreport MV DGB Nord

Ausbildungsqualität muss besser werden

Azubis müssen noch immer Jobs machen, die mit ihrer Ausbildung nichts zu tun haben. So geben gut 11 Prozent der befragten Auszubildenden an auch Kaffee zu kochen, Autowäschen oder Botengänge zu erledigen. Solche Arbeiten werden als ausbildungsfremde Tätigkeiten bezeichnet. Darunter fallen auch Arbeiten, die nicht dem Niveau des Auszubildenden entsprechen. Wer zum Beispiel im ersten Jahr gelernt hat, die Kasse zu machen und im zweiten Ausbildungsjahr nur das tut, statt etwas Neues zu lernen, verrichtet ebenfalls eine ausbildungsfremde Tätigkeit.

Auch Überstunden gehören für viele Auszubildende nach wie vor zum Ausbildungsalltag. Ein Viertel der befragten Auszubildenden leistet regelmäßig Überstunden. Trotz eines erfreulichen Rückgangs gegenüber den Vorjahren, ist dieser Anteil immer noch viel zu hoch. Viele werden dafür nicht einmal extra bezahlt oder bekommen einen Freizeitausgleich. Dabei ist es eigentlich gar nicht vorgesehen, dass Azubis Extrastunden schieben. Rechtlich gesehen ist es sogar so, dass sie - im Gegensatz zu normalen Beschäftigten - Überstunden nur freiwillig machen dürfen.

Wiebke Oetken, Bezirksjugendsekretärin:

„Das Ergebnis des Ausbildungsreports zeigt, viele Betriebe müssen sich noch deutlich ins Zeug legen. Die Unternehmen sind aufgefordert attraktive Praktikumsplätze anzubieten und ihre Ausbildungsfähigkeit zu verbessern. Schlechte Ausbildungsbedingungen und die Verweigerungshaltung vieler Arbeitgeber beim Thema Übernahme passen nicht zum öffentlichen Wehklagen über den Fachkräftemangel. Die lange vom DGB geforderte umlagefinanzierte Ausbildungsgarantie, die allen Jugendlichen den Weg zu einem Berufsabschluss ebnet und die Betriebe nicht aus der Verantwortung entlässt, wäre ein großer Schritt zur Lösung.“

Ausbildungsreport M-V

Ausbildungsreport M-V DGB Nord

Mit Blick auf das Zukunfts- und Investitionsprogramm Berufliche Schulen erklärte Ingo Schlüter: „Die Regierungsparteien haben in der Koalitionsvereinbarung die Grundlage dafür geschaffen, dass die berufliche Ausbildung und die Zukunftsfähigkeit der Berufsbildenden Schulen strategisch gesichert wird. Wir werden die Landesregierung daran messen, ob es ihr gelingt, dass Zukunfts- und Investitionsprogramm für Berufliche Schulen umzusetzen und mit Leben zu füllen.“

 

 

 

Forderungen der DGB Jugend:

Ausbildungsreport MV

Ausbildungsreport MV DGB Nord

•       Alle Ausbildungsinteressierten sollen durch eine gesetzliche festgeschriebene Ausbildungsgarantie das Recht auf einen Ausbildungsplatz haben. Diese Garantie muss durch eine Umlagefinanzierung von Unternehmen gesichert werden.

•       Die DGB-Jugend Nord fordert den Ausbau der schulischen Berufsorientierung und den Ausbau der Jugendberufsagenturen.

•       Mobilität sichern – Azubiticket ausbauen! Das 49 Euro-Ticket kann kein Azubi-Ticket ersetzen

•       Umsetzung des im Koalitionsvertrag sowie im Industriekonzept festgeschriebenen „Zukunftsprogramm Berufliche Schulen“!

 

Der Ausbildungsreport M-V zum Download

 

 

Ausbildungsreport MV

Ausbildungsreport MV DGB Nord


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