Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 34 - 08.06.2022

Bessere Bedingungen für Hochschulbeschäftige

Laura Pooth: „Befristungsunwesen stoppen!“

Hochschulreport 2022

Hochschulreport 2022 DGB Nord

Unsichere Perspektiven, geringe Entlohnung und hohe Arbeitsbelastung - viele Nachwuchswissenschaftler an den Hochschulen in Schleswig-Holstein blicken mit Sorge in ihre berufliche Zukunft. Wie aus dem neuen Hochschulreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervorgeht, besitzen 85 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter im nördlichsten Bundesland befristete Arbeitsverträge. Bei den Angestellten in Technik und Verwaltung sind es 18 Prozent.

Solche Befristungen seien nach wie vor eines der gravierendsten Probleme für die Beschäftigten an den Uni-Einrichtungen im Land, sagt Laura Pooth, Vorsitzende des DGB Nord. Die Gewerkschafterin fordert: „Für Daueraufgaben muss es endlich Dauerstellen geben! Die Befristungsquote muss gesenkt und es müssen mehr unbefristete Stellen geschaffen werden. Hier gibt es für die künftige Landesregierung einiges zu tun.“

"Das Potenzial von Beschäftigten kann sich nur dann entfalten, wenn die Leitplanken und der Rahmen stimmig sind und nicht zu einer überbordenden Belastung führen, wie es derzeit der Fall ist", konstatiert Susanne Schöttke, Landesbezirksleiterin von ver.di Nord. Acht von zehn wissenschaftlichen Mitarbeitenden an den Universitäten im Land hätten von regelmäßiger Mehrarbeit berichtet, im Durchschnitt zehn Stunden pro Woche. Zugleich sei das Einkommen vielfach nicht auskömmlich. Jede*r zweite Mitarbeiter*in in Technik und Verwaltung und jede*r fünfte Wissenschaftliche Mitarbeiter*in erziele ein Einkommen, das nicht oder nur gerade so ausreicht.

„Mit Zukunftssorgen lässt sich nicht gut forschen oder unterrichten. Die Teilzeitstellen müssen deshalb dringend aufgestockt werden, damit die aktuellen Einkommen und auch die zukünftige Rentenhöhe für ein gutes Leben reichen,“ betont Astrid Henke, Vorsitzende der GEW Schleswig-Holstein. „Gut 80 Prozent der Beschäftigten befürchten mit gutem Grund, dass sie mit ihrem geringen Einkommen praktisch in die Altersarmut schlittern. Die Universitäten müssen den Arbeitsplatz Hochschule auch mit Blick auf die Rente dringend attraktiver gestalten.“

Die Gewerkschafter*innen sprechen sich dafür aus, jungen Wissenschaftler*innen gesicherte Karrierewege zu eröffnen. Promovierende sollten tarifgebundene Qualifikationsstellen erhalten, bei denen mindestens die Hälfte der vereinbarten Arbeitszeit ausschließlich für die Arbeit an der Promotion vorgesehen ist. In der Regel sollten solche Stellen eine Laufzeit von mehr als drei Jahren haben.


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