Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 22 - 16.03.2017
Schleswig-Holstein muss gemeinsam um die Arbeitsplätze kämpfen

Gewerkschaften solidarisieren sich mit Senvion-Beschäftigten

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord) lehnt Massenentlassungen beim Windkraftanlagenhersteller Senvion und die Schließung von nahezu allen Produktionsstandorten in Deutschland ab. Dies wäre „ein Armutszeugnis für das Management des Unternehmens. Nötig ist ein nachhaltiges Konzept der Unternehmensleitung mit Produkten, die auf dem Markt Erfolg haben“, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord: „Unabhängig vom Wahlkampf in Schleswig-Holstein erwarten wir, dass nun Parteien und Landesregierung gemeinsam für den Standort eintreten.“ Stellenstreichungen und Standortschließungen seien das völlig falsche Signal in einer Zeit, in der weltweit innovative Energietechnik auf dem Vormarsch sei und Norddeutschland zum industriellen Vorreiter dieser Energiewende werden könne.

Polkaehn erklärte in einem Solidaritätsschreiben an den Betriebsrat des Unternehmens:

 „Die Gewerkschaften des Nordens stehen an Eurer Seite, in Husum und allen Betriebsstätten des Senvion-Konzerns. Wir unterstützen Euren Kampf um die Arbeitsplätze und den Erhalt der Standorte.

Stellenstreichungen und Standortschließungen sind das völlig falsche Signal in einer Zeit, in der weltweit innovative Energietechnik auf dem Vormarsch ist und Norddeutschland zum industriellen Vorreiter dieser Energiewende werden kann. Der Senvion-Konzern steht insgesamt wirtschaftlich gut da. Aber Finanzinvestoren haben nie zuerst die Arbeitsplätze im Blick, sie träumen lieber von immer höheren Renditen.

Die Wirtschaft soll aber für den Menschen da sein, nicht umgekehrt. Zur sozialen Marktwirtschaft gehört auch die Verantwortung der Kapitalseite für die Beschäftigten. Deshalb muss ein Kahlschlag verhindert werden, der die ganze Region hart treffen würde. Hier geht es um die Existenz von Menschen und Familien, die sich auf die Zusagen ihres Arbeitgebers verlassen haben und ihre Zukunft in Husum und Umgebung gestalten wollen, aber ganz gewiss nicht im Jobcenter der Arbeitsagentur.

Massenentlassungen und die Schließung von nahezu allen Produktionsstandorten in Deutschland wären ein Armutszeugnis für das Management des Unternehmens. Nötig ist ein nachhaltiges Konzept der Unternehmensleitung mit Produkten, die auf dem Markt Erfolg haben. Unabhängig vom Wahlkampf in Schleswig-Holstein erwarten wir, dass nun Parteien und Landesregierung gemeinsam für den Standort eintreten.

Der DGB Nord ist solidarisch mit dem Kampf der Beschäftigten und mit dem Einsatz der IG Metall, die jetzt die Betriebsräte in den anstehenden Verhandlungen und im Kampf um die Arbeitsplätze und Standorte unterstützen wird.

Wer kämpft, kann verlieren.Wer nicht kämpft, der hat schon verloren!“


Der DGB Bezirk Nord umfasst die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaften zählen in den drei Ländern zusammen rund 420.000 Mitglieder. Der DGB ist der Bund der Gewerkschaften. Gemeinsam vertreten der Bund und die Mitgliedsgewerkschaften die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


Nach oben