Kiel Region

Verschaffe Dir einen Überblick über aktuelle Meldungen und Angebote des DGB in der Kiel Region

Diese Grafik zeigt eine Karte von Deutschland mit einer detaillierten Ansicht der Region Kiel. Kiel ist in Rot hervorgehoben und liegt im nördlichen Teil Deutschlands. Ein Lupensymbol vergrößert diesen Bereich, um die Lage genauer darzustellen.

Stark und aktiv in Kiel Region

Der Deutsche Gewerkschaftsbund ist auch in der Kiel Region (Kiel, Kreis Rendsburg-Eckernförde, Neumünster und Kreis Plön) die Stimme der Gewerkschaften gegenüber den politischen Entscheidungsträgern, Parteien und Verbänden in Städten, Kreisen und Gemeinden.

Wir beziehen Position im Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


Die Mitgliedsgewerkschaften des DGB handeln mit den Arbeitgebern Tarifverträge, u.a. zu Einkommen, Arbeitszeiten, Urlaub aus. Im Falle eines Arbeitskampfes organisieren sie den Streik und zahlen den Mitgliedern Streikunterstützung.


Kontakt

Regionalbüro Kiel

Adresse:

Legienstraße 22
24103 Kiel

Tel: 0431 - 5195 - 123
Fax: 0431 - 5195 - 107
eMail: kiel@dgb.de

Regionalbüro Neumünster

Adresse:

Kuhberg 1
24534 Neumünster 

Tel: 0431 - 5195 -123 
eMail: neumuenster@dgb.de


Anmeldung

DGB Kiel Region

Aktuelle Termine in der Region

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Ergebnisse:

Besuch und Diskussion

15.07. - 16.07.2026 Mittwoch - Donnerstag

mit Katja Mast, SPD

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„Lotusblüten für Hiroshima & Nagasaki“

06.08.2026 Donnerstag

Gedenkveranstaltung

19:00 - 22:00 Uhr

Hiroshimapark, Kiel

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DGB-Frühstücksgespräch

28.08.2026 Freitag

mit MdEP Delara Burkhardt, SPD

09:30 - 11:00 Uhr

Gewerkschaftshaus Kiel, Andreas-Gayk Konferenzraum (Ebene 5)

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DGB-Frühstücksgespräch

17.09.2026 Donnerstag

mit Sandra Carstensen MdB, CDU

09:30 - 11:00 Uhr

Gewerkschaftshaus Kiel, Andreas-Gayk Konferenzraum (Ebene 5)

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Lange Nacht der Demokratie

02.10.2026 Freitag

Gerwerkschaftshaus Kiel

17:30 - 22:00 Uhr

im gesamten Gewerkschaftshaus

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Gedenken an Andreas Gayk

11.10.2026 Sonntag

Andreas Gayk Geburtstag am 11.10.1893, Kiel

11:00 - 13:00 Uhr

Andreas-Gayk-Konferenzraum

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Emma Sorgenfrei

28.10.2026 Mittwoch

Gedenken zum 140. Geburtstag

19:30 - 21:30 Uhr

Emma-Sorgenfrei-Foyer

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Matrosenaufstand

09.11.2026 Montag

Gedenken an den Kieler Matrosenaufstand

10:30 - 12:00 Uhr

Breuste Denkmal, Ratsdienergarten, Kiel

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Gedenken an Carl Legien

01.12.2026 Dienstag

Zum 165. Geburtstag

17:00 - 19:00 Uhr

Legiensaal im Legienhof

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Unsere Ansprechpartner*innen

Mathias Stein

Regionsgeschäftsführer

Zur Zeit nicht besetzt

Regionssekretärin

Sabine Mordhorst

Sekretariat

Unsere Themen

Equal Pay Day

equal pay every day

Equal Pay Day Kampagne 2026

Am 27. Februar 2026 ist Equal Pay Day! Der Tag markiert symbolisch den Gender Pay Gap, der seit 2024 in Deutschland 16 Prozent beträgt. 

equal pay every day: Unter diesem Motto rückt die Equal Pay Day Kampagne 2026 in den Fokus, wie sich die geschlechterspezifische Lohnlücke im Laufe des Lebens entwickelt und auswirkt. Vom Erlernen von Rollenbildern in Kindheit und Jugend über die Berufswahl und die Familiengründung bis zur Rente und weiblichen Altersarmut: Anhand der verschiedenen Lebensabschnitte wird deutlich, wie gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Strukturen Lohngleichheit immer wieder erschweren und mit welchen Stellschrauben es gelingen kann, das zu ändern und equal pay Realität werden zu lassen – nicht nur punktuell, sondern an jedem Tag.

Im Journal zur aktuellen Kampagne findet ihr spannende Analysen und Interviews aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Hier geht es zum Download. 

https://www.equalpayday.de/

Bildungsurlaub

Bildungsurlaub

... bezahlt, zusätzlich, mit Mehrwert, nur du oder auch mit Familie

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Bildungsurlaub, eigentlich Bildungsfreistellung, ist ein gesetzlicher Anspruch von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland auf bezahlte Freistellung von der Arbeit zur Weiterbildung.

In Schleswig-Holstein haben Beschäftigte Anspruch auf 5 Tage Bildungsurlaub pro Jahr oder 10 Tage innerhalb von zwei aufeinander folgenden Jahren.

Gefördert wird die Teilnahme an den in Schleswig-Holstein anerkannten Bildungsveranstaltungen für die berufliche und politische Weiterbildung oder die Qualifizierung für ehrenamtliche Tätigkeiten.
Die Kosten für die Bildungsveranstaltung, Unterkunft, Fahrtkosten und Verpflegung sind in der Regel selbst zu tragen. Es gibt aber Fördermittel, die in Anspruch genommen werden können.

Klar kann es sein, dass es erstmal für alle ungewohnt ist, wenn du durch deinen Bildungsurlaub eine Woche zusätzlich fehlst. Aber die Zeit für deine Bildungsfreistellung lässt sich genauso planen, wie dein Urlaub eben auch. Wenn du den Eindruck hast, deine Kolleg*innen sind wegen deiner Bildungsfreistellung verärgert, hilft es vielleicht, sie auch dafür zu begeistern. So ist jede/r einmal dran, sich Zeit für seine persönliche Bildung zu nehmen.

In diesem Flyer gibt es neben den wichtigsten Informationen auch Hinweise zur Beantragung und Links zu Kursangeboten und Fördermitteln.

Eure Betriebsräte und Kolleginnen und Kollegen von der Gewerkschaft helfen euch bei Fragen gerne weiter.

Dein Wegweiser zum Bildungsurlaub

Habe ich Anspruch auf Bildungsurlaub?

Ja, sofern
 

  • dein Unternehmen/Ausbildungsstätte in SH ist
  • und du mindestens 6 Monate angestellt bist.

Das gilt auch für BeamtInnen des Landes und der Kommunen und für Auszubildende.

Wie viele Tage bekomme ich?

5 Tage pro Jahr oder 10 Tage in 2 Jahren

Es besteht die Möglichkeit, den Freistellungsanspruch des vorangegangenen Jahres mit dem des laufenden Jahres zu verbinden, soweit es für die Teilnahme an einer Weiter- bildung erforderlich ist und du es vor Ablauf des 30. September bei deinem Arbeitgeber anmeldest.

  • Gehalt wird in dem Zeitraum weiter gezahlt
  • Kosten für Seminare werden selbst getragen, können aber steuerlich abgesetzt werden.
  • Es gibt Fördermöglichkeiten.

Der Anspruch gilt für Vollzeitstellen! Bei Teilzeit reduziert sich der Anspruch an Tagen entsprechend.

Sind die Tage noch weiter übertragbar?

Im Zeitraum der 2 Jahre können die Tage ohne Probleme übertragen werden, darüber hinaus nicht.

Fördermöglichkeiten

Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstei

Zur Förderbank IB.SH

Das passende Bildungsangebot finden

Fündig wirst du zum Beispiel bei deiner Gewerkschaft, beim Weiterbildungsportal Schleswig-Holstein, Bildungsurlaubsportal Schleswig-Holstein und den Volkshochschulen.
Die Themenfelder sind vielfältig, von Stressbewältigung, persönlicher Weiterentwicklung, Gesundheit: z.B. Ernährung und Bewegung, Yoga, Sport & Bewegung, Selbstverteidigung über Sprachkurse/Sprachreisen, Kommunikation, Themen aus der Arbeitswelt und politische Bildung, bis hin zu Kreativität: z.B. Fotografie, Architektur, Websiten erstellen, Theaterpädagogik uvm.

Gewerkschaften

Weiterbildungsportal

Bildungsurlaubsportal

meinbildungsurlaub

Wie beantrage ich den Bildungsurlaub beim Arbeitgeber?

Mindestens 6 Wochen vor Start der Bildungsmaßnahme braucht der Arbeitgeber folgende Informationen: 

  • Nachweis darüber, dass das gewählte Seminar als Bildungsurlaub anerkannt ist  (gibt es vom Veranstalter)
  • Seminarprogramm mit Zielgruppe, Lernzielen, Lerninhalten und zeitlichem Ablauf
  • nach dem Seminar: Teilnahmebestätigung

Kann mein Bildungsurlaub vom Arbeitgeber abgelehnt werden?
Ja, aus folgenden Gründen:

  • wenn Freistellung aus dringlichen betrieblichen Belangen nicht möglich ist
  • wenn es sonst zu Personalmangel kommt

    Aber:

  • Bei einer Ablehnung soll der Betriebs-/Personalrat nach dem Mitbestimmungsgesetz beteiligt werden.
  • Bei einer Ablehnung verfällt der Anspruch auf Bildungs- freistellung nicht. Er wird auf das folgende Jahr über tragen.

Flyer Bildungsurlaub

Wie läuft eigentlich ein Streik ab?

Wie läuft so ein Streik ab?

Diese und viele andere Fragen beantworten wir euch hier

Was ist eigentlich ein Streik?

Der Streik ist ein zentrales, historisch erkämpftes Recht. Er ist in Deutschland verfassungsrechtlich geschützt und leitet sich aus Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes ab. Dieses Recht ermöglicht es Beschäftigten, ihre Interessen kollektiv durchzusetzen. Ohne das Streikrecht gäbe es keine wirksamen Tarifverträge und keine reale Verhandlungsmacht gegenüber Arbeitgebern.

Gleichzeitig ist das Streikrecht kein unbegrenztes Recht. Es unterliegt klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Rechtsprechung der Arbeitsgerichte. Nach geltender Rechtslage gilt unter anderem:

  • Streiks sind Teil eines kollektiven Arbeitskampfes im Verhältnis zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern.
  • Ein rechtmäßiger Streik muss auf tariflich regelbare Ziele gerichtet sein.
  • Während der Laufzeit eines Tarifvertrags gilt die Friedenspflicht. Arbeitskampfmaßnahmen gegen bestehende Regelungen sind in dieser Zeit unzulässig.

Aber:

Politische oder symbolische Arbeitsniederlegungen ohne Tarifbezug sind nicht vom Streikrecht gedeckt nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung in Deutschland. Arbeitsniederlegungen außerhalb dieses gesetzlichen Rahmens gelten

Gibt es einen politischen Streik?

Politische Streiks sind quasi wilde Streiks, mithin nicht von einer Gewerkschaft organisierte beziehungsweise geführte Streiks. Grundlegend ist also, wer den Streik organisiert, nicht die Streikziele. Politische oder wilde Streiks genießen nicht den Schutz des Grundgesetzes, da ihre Kampfziele nicht koalitionskonform und damit verfassungsrechtlich unzulässig sind.
Anders als Arbeitskämpfe sind politische Streiks darauf ausgerichtet, Gesetzgebung, Verwaltung oder Rechtsprechung zu bestimmten Regelungen oder Entscheidungen zu zwingen, also auf den Staat als politischen Entscheidungsträger Druck auszuüben.

Wann darf ich streiken?

Es gibt kein eigenes „Streikgesetz“. Von einem Streik, der von der Verfas- sung geschützt ist, kann nur dann ausgegangen werden, wenn der Streik eine Maßnahme eines Arbeitnehmerkollektivs darstellt, die über das hinausgeht, was das Individualarbeitsrecht an Handlungsmöglichkeiten bereithält.

Ziel: Eine tarifvertraglich regelbare Vereinbarung zu erreichen, z.B. höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen oder kürzere Arbeitszeiten, nicht um allgemeine politische Ziele.

Organisator: In der Regel eine zuständige Gewerkschaft. Spontane „wilde Streiks“ einzelner Beschäftigter gelten als rechtswidrig.

Friedenspflicht: Solange ein einschlägiger Tarifvertrag läuft und nicht gekündigt ist, sind Arbeitskampfmaßnahmen gegen dessen Inhalt verboten.

Fazit: Streik ist grundsätzlich erst zulässig, wenn Verhandlungen geführt wurden und gescheitert sind bzw. als gescheitert gelten. Er ist das Mittel „letzter Instanz“.

Wer darf streiken – und wer nicht?

  • Grundsätzlich dürfen alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (auch ohne Gewerkschaftsmitgliedschaft) an einem rechtmäßigen Gewerk- schaftsstreik teilnehmen.
  • Beamte dürfen in Deutschland wegen ihrer besonderen Treuepflicht grundsätzlich nicht streiken.
  • In sicherheitsrelevanten Bereichen (z.B. Gesundheit, Versorgung) sind Streiks nur unter strengen Auflagen möglich.

Mögliche Folgen rechtmäßiger und unrechtmäßiger Streiks

Bei rechtmäßigem Streik:

Keine Kündigung wegen der Teilnahme (in der Regel unwirksam).
Es besteht aber kein Anspruch auf Arbeitsentgelt für die gestreikte Zeit (Lohn fällt aus, ggf. Streikgeld durch Gewerkschaft).

Bei unrechtmäßigem Streik:

Es drohen Abmahnung, Kündigung und ggf. Schadensersatzforderungen des Arbeitgebers.

Wie läuft ein Streik ab?

Es gibt einen Tarifkonflikt. Wenn die Verhandlungen scheitern oder festgefahren sind, kann die Gewerkschaft eine Urabstimmung durchfüh- ren; meist müssen etwa 75% der teilnehmenden Mitglieder für den Streik stimmen.

Entscheidung und Streikaufruf

Die Gewerkschaft ruft die betroffenen Beschäftigten offiziell zum Streik auf; der Arbeitgeber wird informiert, welche Betriebe, Bereiche und Zeit- räume betroffen sind.

Beginn und Ablauf des Streiks

Zum angekündigten Zeitpunkt legen die Beschäftigten die Arbeit nieder und erscheinen stattdessen z.B. an Sammelpunkten, vor dem Betrieb oder bei Kundgebungen (Streikposten, Demonstrationen).

Reaktionen des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber kann versuchen, den Streik gerichtlich stoppen zu lassen, wenn er ihn für rechtswidrig hält, oder mit einer Aussperrung reagieren, also die Annahme der Arbeitsleistung verweigern.
Während des rechtmäßigen Streiks ruht die Arbeitspflicht. Lohn wird nicht gezahlt, Mitglieder können Streikgeld von ihrer Gewerkschaft erhalten.

Ende des Streiks und Rückkehr zur Arbeit

Parallel oder später wird weiter verhandelt. Wenn ein Verhandlungs- ergebnis vorliegt, stimmen die Gewerkschaftsmitglieder evtl. erneut über die Annahme ab. Nach Einigung schließen die Tarifparteien einen neuen Tarivertrag ab.

Unsere Gewerkschaften

Wir organisieren rund 5,6 Millionen Mitglieder aus 8 Gewerkschaften.
Auch für dich ist eine passende Gewerkschaft dabei.

Jetzt Mitglied werden!

Gewerkschaften vor Ort

IG Bauen-Agrar-Umwelt

Legienstraße 22
24103 Kiel
Telefon 0431 - 51951370
Telefax 0431 - 51951367
www.schleswig-holstein-nord.igbau.de

Carlstraße 7
24534 Neumünster
Telefon 04321 - 18 07-36
Telefax 04321 - 18 07-52

IG Bergbau, Chemie, Energie

Friedensstr. 1
24568 Kaltenkirchen
Telefon 04191 - 95733-0
Telefax 04191 - 95733-20
www.schleswig-holstein.igbce.de 

EVG - Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft

Legienstraße 22
24103 Kiel
Telefon: 0431 - 3858 992-0
Telefax: 0431 - 3858 992-20
www.evg-online.org/Vor_Ort/index_html/Kiel/

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Landesverband Schleswig-Holstein

Legienstraße 22
24103 Kiel
Telefon: 0431 – 5195-150
E-Mail: info@gew-sh.de
www.gew-sh.de/landesgeschaeftsstelle
www.instagram.com/gewschleswigholstein


GEW-Kreisverband Kiel

Telse Detlefs
E-Mail: gewkvkiel@mytng.de
Telefon: 0431 – 800-1661
Mobil: 0176 – 39824607


GEW-Kreisverband Neumünster

Uta Rechter und Gunter Fleischmann
E-Mail: rechter@gew-neumuenster.de
E-Mail: GunterFleischmann@gmx.de
Telefon: 0160 – 5552737 (Gunter Fleischmann)


GEW-Kreisverband Rendsburg-Eckernförde

Martina Griesbach und Simone Ließegang
E-Mail: kv@gew-rd.de

 

GEW-Kreisverband Plön

Simon Ramm und Marion Kroll-Lütt
E-Mail: marion.kroll-luett@web.de

IG Metall

Legienstraße 22
24105 Kiel
Telefon 04 31 - 51 95 12 50
Telefax 04 31 - 51 95 12 60
www.kiel.igmetall.de

Schiffbrückenplatz 3
24768 Rendsburg
Telefon 04331 - 14300
Telefax 04331 - 143033
www.rendsburg.igmetall.de

Carlstr. 7
24534 Neumünster
Telefon 0 43 21 - 18 07 20
Telefax 0 43 21 - 18 07 17
www.neumuenster.igmetall.de

Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Domziegelhof 20-22
24837 Schleswig
Telefon 4621 989298-0

www.ngg-sh-nord.de

Gewerkschaft der Polizei

Sedanstraße 14 c
24116 Kiel
Telefon: 0431 - 17091
Telefax: 0431 - 17092
www.gdp-sh.de

Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

Legienstraße 22
24103 Kiel
Telefon: 0431 - 51952-100
Telefax: 0431 - 51952-200
www.verdi-kiel.de

Kuhberg 1-3
24534 Neumünster
Tel.: 04321/70765-0
Fax.: 04321 - 70765-25
www.verdi-suedholstein.de

Schiffbrückenplatz 3
24768 Rendsburg
www.s-h-no.verdi.de

Aktuelles in der Kiel Region

Wichtige Neuerungen, Entwicklungen und Pressemitteilungen aus der Arbeitswelt.

Rote Karte dem Kahlschlag!

Demo am 18. Juni 2026 gegen den Abbau des Sozialstaats

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Mit Macht für die 8! – Demonstration am 11.04.2026 in Kiel

Arbeitszeitgesetz

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1. Mai 2026 in der Region Kiel

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Feministische Aktionstage Kiel

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Aufruf zur Kundgebung für gute Arbeit und ein gutes Leben

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Kreis- und Stadtverbände in der Kiel Region

In den DGB-Kreisverbänden engagieren sich ehrenamtliche Kolleg*innen, um Veranstaltungen zu organisieren und sich gesellschaftspolitisch wichtiger Themen anzunehmen.

 

Du hast Ideen für Deinen Landkreis und willst Dich politisch vor Ort engagieren?

Dann schau in Deinem Kreisverband vorbei, der starken Basis bei Dir um die Ecke! Mach Deinen Bezirk mit Deinen Ideen besser und stärke die Arbeitspolitik vor Ort.

Kiel (Stadtverband)

Neumünster (Stadtverband)

Rendsburg/Eckernförde (Kreisverband)

Arbeit und Leben

Hier geht es um politische und gesellschaftliche Bildung, die zur aktiven Mitgestaltung befähigt.

bfw - Unternehmen für Bildung

Hier geht es um berufliche Umschulung, Weiterbildung und Qualifizierung.

Das Gewerkschaftshaus Kiel - Hier trifft Zukunft auf Geschichte

Seit über 100 Jahren steht in der Legienstraße das Gewerkschaftshaus. Hier fanden Gewerkschaftstage statt und von hier kam der entscheidenden Anstoß zur Ausrufung der ersten Deutschen Republik am 9. November 1918. 1956 war hier die Streikzentrale des Arbeitskampfes, der zur Durchsetzung der heute selbstverständlichen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall führte. Das Haus ist auch nach 100 Jahren ein Ort der Begegnung: Empfänge, Kongresse, Konferenzen, Diskussionsveranstaltungen, Konzerte und Feiern.

Hier werden die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertreten. Es ist das Haus der Gewerkschaften, wo Tarifverhandlungen und Streiks organisiert werden. Hier arbeiten Verwaltungsangestellte, Gewerkschaftssekretärinnen und -sekretäre und Rechtsekretärinnen und -sekretäre und engagieren sich für die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für die Interessen der Gewerkschaftsmitglieder – für Sie!

Geschichte des Gewerkschaftshauses Kiel

"Im Zentrum der Stadt, an der Fährstraße - in absehbarer Zeit die Hauptverkehrsader; die nach Durchdämmung des Kleinen Kiel den Norden der Stadt mit der Altstadt verbindet - liegt das Kieler Gewerkschaftshaus. Wer seine Schritte durch die Fährstraße lenkt, bleibt unwillkürlich beim Anblick des Gebäudes stehen und betrachtet wohlgefällig das stilgerechte und freundlich wirkende Bauwerk, das ein Schmuck der ganzen Straße ist", so beschrieb die Schleswig-Holsteinische VolksZeitung (VZ) am 28. Juli 1907 das neue Gewerkschaftshaus in Kiel. Zwei Tage zuvor war es von Carl Legien, dem Vorsitzenden der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands und Kieler Reichstagsabgeordneten der SPD, eingeweiht worden. Die Kieler Arbeiterschaft, durch die Bestimmung Kiels zum Reichskriegshafen von kräftigem Wachstum vor allem in der metallverarbeitenden und Schiffbauindustrie geprägt, konnte endlich ein eigenes Haus mit neuzeitlichen Zwecken entsprechenden Versammlungssälen, Büroräumen und Gastronomie beziehen. Vorbei war die Zeit, in der man sich in fremden Lokalen unter den kontrollierenden Augen der preußischen Polizei treffen musste, sich trotz der längst aufgehobenen Sozialistengesetze manchen Schikanen und Repressalien ausgesetzt sah. Diese Freiheit der Selbstbestimmung im eigenen Haus hat sich die Arbeiterschaft teuer erkauft. Es wurden Anteilsscheine im Wert von 5 Mark ausgegeben, aufgeteilt in Marken zu je 50 Pfg. Die Gewerkschaften erklärten sich bereit, Anteilsscheine zu erwerben, so etwa der Deutsche Metallarbeiterverband (DMV), der am 16. September 1902 folgendes beschloss: "Die heutige Mitgliederversammlung des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Verwaltungsstelle Kiel und Umgebung, erklärt sich mit dem Vorschlag der Gewerkschaftshaus-Kommission einverstanden. Sie verspricht, die 5.000 Mark durch Anteilsscheine von 5 Mark aufzubringen. Die eventuelle Kündigung der einzelnen Anteilsscheine kann erst nach Verlauf von fünf Jahren erfolgen." Dies alles in einer Zeit, in der die Arbeiter zum Beispiel auf der Werft zwischen 28 und 40 Pfg. pro Stunde verdienten. 120.000 Mark kamen auf diese Weise zusammen. Die Gesellschaft Gewerkschaftsherberge m. b. H. wurde gegründet. Am 4. Oktober 1904 wurde der Grundstein gelegt und am 26. Juli 1907 das Gewerkschaftshaus eingeweiht. Ein neues Kapitel in der Geschichte der Kieler Arbeiterbewegung wurde aufgeschlagen.

Nach den Plänen des Architekten Carl Voss war ein moderner Bau entstanden, der allen Anforderungen an die damaligen Notwendigkeiten entsprach. Versammlungssäle, Büroräume und Raum für Geselligkeiten waren großzügig angelegt und zweckmäßig verteilt. Auch an das äußere Erscheinungsbild hatten die Gewerkschaften gedacht. Es wurde ein Bau, der den Stolz und das gewachsene Selbstbewusstsein deutlich erkennen ließ. In der räumlichen Nähe zum politischen und wirtschaftlichen Zentrum der Stadt gelegen, entstand ein Gebäude in rotem Backstein, durch helle Putzflächen unterteilt, zum Teil mit Jugendstil-Ornamenten besetzt. Stilistisch - so Heide Fittschen in einer Bauanalyse - ist es "aus einem verpflichten-den eklektizistischen Stil herausgelöst. Viele bekannte Elemente sind spielerisch verwendet und nebeneinander gestellt wie zum Beispiel Rundbögen gegen Stichbögen und gerade Stürze, verschiedenartige Gauben, Türme und Giebelformen". Selbst ein Balkon - wie ihn auch die Obrigkeit besaß - fehlte nicht. Ein stilgerecht und freundlich wirkendes Bauwerk, wie die VZ schrieb.

Bald aber reichten die Versammlungs- und Büroräume nicht mehr aus. Nach den Plänen des Architekten Arnold Bruhn wurde ein Erweiterungsbau erstellt und im Juli 1926 bezogen. "Der Bau zählt zu den markantesten Beispielen des Backsteinexpressionismus und ist im Zusammenhang zu sehen mit dem ebenfalls von Bruhn entworfenen ehemaligen Druckereigebäude der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung in der Muliusstraße (...) sowie mit dem Gebäude der Landwirtschaftskammer am Holstenplatz und dem Chilehaus von Fritz Höger in Hamburg" so Meike Nothdurft 1993. Die Kachelgestaltung des Treppenhauses zeugt noch heute von dem hohen Anspruch der Bauherren. Sie stammt von der KKK - Kieler Kunstkeramik AG, die an die traditionsreiche Kieler Fayencemanufaktur anknüpfte.

Düstere Wolken überschatteten das Gewerkschaftshaus, als es im Frühjahr 1933 die Nationalsozialisten besetzten und für ihre Zwecke, die gleichgeschalteten Gewerkschaften in der Deutschen Arbeitsfront (DAF), nutzten. Es wurde heruntergewirtschaftet, 1935 zwangsversteigert und von der Stadt Kiel erworben. Als das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte vorüber war, setzten die wiedererstehenden Gewerkschaften alles daran, in ihr Haus zurückzukehren. Das war ihnen zunächst nicht möglich; die britische Besatzungsmacht hatte es besetzt und nutzte es als "Empire House" für ihre Zwecke. Das ließ die Gewerkschaften nicht ruhen. Sie sammelten Geld, nutzten Finanzmittel aus der sogenannten Zonenrücklage einstmaligen Gewerkschaftsvermögens und gründeten Anfang 1947 die Gewerkschaftshaus Kiel GmbH. Nachdem die Engländer ausgezogen waren, konnte das Gebäude für 423.132 Reichsmark von der Stadt zurückerworben werden. Bis 1978 blieb es eine eigenständige GmbH und wird fortan durch die Vermögens- und Treuhandgesellschaft (VTG) des DGB betreut und verwaltet.

Noch einmal geriet das Gewerkschaftshaus in die Schlagzeilen, als am 7. April 1975 ein Großbrand in einer Schadenshöhe von 5 Millionen DM weite Teile der Restaurations- und Versammlungsräume vernichtete. Dieses Unglück war beim Wiederaufbau zugleich der Anlaß für eine Modernisierung. Auf das Hotel wurde verzichtet. Es kamen neue Versammlungsräume, eine Kegelbahn, ein Parkhaus und ein eigenständiges Jugendheim hinzu. Und weitere Partner zogen ein: die Büchergilde Gutenberg, der Auto Club Europa (ACE) und das Reisebüro "Nach Feierabend".

Das Kieler Gewerkschaftshaus ist ein Haus, das nicht nur als Bauwerk seine eigene Geschichte hat, sondern wie kaum ein anderes vor allem auch deutsche Geschichte dokumentiert. Die folgenden Daten belegen dies eindrucksvoll:

1907/08
Einrichtung eines Arbeitersekretariats zur Beratung und Vertretung der Gewerkschaftsmitglieder in allen Fragen aus dem Arbeitsverhältnis; ab 1912 besetzt mit Friedrich Bauer; dem späteren Bevollmächtigten Hamburgs bei der Deutschen Reichsregierung.

Anfang November 1918
Zentrum der Zusammenkünfte des Arbeiter- und Soldatenrats im Zimmer 13 des Gewerkschaftshauses mit dem späteren Reichswehrminister Noske als Vorsitzenden; Impuls zur Ausrufung der ersten Deutschen Republik am 9. November 1918 in Berlin

März 1920
Gewaltsame Zusammenstöße mit Anhängern des Kapp-Putsches mit zahlreichen Toten und Verletzten; Überwindung des Kapp-Putsches durch Generalstreik.

2. Mai 1933
Besetzung des Gewerkschaftshauses durch die SA und Übernahme des Hauses durch die DAF

1945 - 47
Beschlagnahme und Nutzung durch die britische Besatzungsmacht (Empire House).

1956/57
Zentraler Tagungsort für den 16-wöchigen Streik der Metallarbeiter um die Gleichberechtigung mit Angestellten im Krankheitsfall.

Bald aber reichten die Versammlungs- und Büroräume nicht mehr aus. Nach den Plänen des Architekten Arnold Bruhn wurde ein Erweiterungsbau erstellt und im Juli 1926 bezogen. "Der Bau zählt zu den markantesten Beispielen des Backsteinexpressionismus und ist im Zusammenhang zu sehen mit dem ebenfalls von Bruhn entworfenen ehemaligen Druckereigebäude der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung in der Muliusstraße (...) sowie mit dem Gebäude der Landwirtschaftskammer am Holstenplatz und dem Chilehaus von Fritz Höger in Hamburg" so Meike Nothdurft 1993. Die Kachelgestaltung des Treppenhauses zeugt noch heute von dem hohen Anspruch der Bauherren. Sie stammt von der KKK - Kieler Kunstkeramik AG, die an die traditionsreiche Kieler Fayencemanufaktur anknüpfte.

Düstere Wolken überschatteten das Gewerkschaftshaus, als es im Frühjahr 1933 die Nationalsozialisten besetzten und für ihre Zwecke, die gleichgeschalteten Gewerkschaften in der Deutschen Arbeitsfront (DAF), nutzten. Es wurde heruntergewirtschaftet, 1935 zwangsversteigert und von der Stadt Kiel erworben. Als das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte vorüber war, setzten die wiedererstehenden Gewerkschaften alles daran, in ihr Haus zurückzukehren. Das war ihnen zunächst nicht möglich; die britische Besatzungsmacht hatte es besetzt und nutzte es als "Empire House" für ihre Zwecke. Das ließ die Gewerkschaften nicht ruhen. Sie sammelten Geld, nutzten Finanzmittel aus der sogenannten Zonenrücklage einstmaligen Gewerkschaftsvermögens und gründeten Anfang 1947 die Gewerkschaftshaus Kiel GmbH. Nachdem die Engländer ausgezogen waren, konnte das Gebäude für 423.132 Reichsmark von der Stadt zurückerworben werden. Bis 1978 blieb es eine eigenständige GmbH und wird fortan durch die Vermögens- und Treuhandgesellschaft (VTG) des DGB betreut und verwaltet.

Ein Haus bekommt sein wirkliches Gesicht erst durch die Menschen, die hier ein- und ausgehen. Viele Tausende sind es in all den Jahren gewesen, die als Mitglieder; als Vertrauensleute und betriebliche Funktionäre, als Hauskassierer; "die Woche für Woche die Mitglieder zu Hause aufsuchten und den Ver-bandsbeitrag kassierten", oder als hauptamtliche, vom Vertrauen der Mitglieder getragene Funktionäre das Haus belebten. Es fand ein reges politisches Leben statt mit Konferenzen der SPD, der Arbeiterwohl-fahrt, des Verbandes der Zimmerer und verwandter Berufskollegen, des Verbandes der Landarbeiter; des Zentralverbandes der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands und des Gesamtverbandes des Öffent-lichen Dienstes des Transport-und Warenverkehrs, die in den 20er und 30er Jahren dort tagten. Die Ge-werkschaft Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft (GGLF) und die Deutsche Postgewerkschaft (DPG) hielten hier nach 1945 Gewerkschaftstage ab. Zu den Menschen, die dem Haus seine Prägung gaben, gehörten auch die Betriebs- und Personalräte. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis weit in die jün-gere Zeit hinein - und auch heute noch - trafen sich an jedem Freitagmorgen manchmal bis zu 60 bis 80 Vertreter aus Kieler Betrieben und Verwaltungen in der "Ständigen Konferenz Kieler Betriebs- und Perso-nalräte", um aktuelle Informationen zu erhalten und tagespolitische Fragen aus der Arbeitswelt zu erör-tern. Politiker nutzten dies gern, um die "Stimmung im Volke" zu erkunden.
 
Das Gewerkschaftshaus - auch ein geistig-kulturelles Zentrum: Die Einrichtung einer Zentralbibliothek schon in den ersten Jahren zeugt von dem Wissensdurst und der Bildungsbereitschaft der Kieler Arbei-terschaft. Die Chronik weist aus, dass die Bibliothek im Jahre 1913 über 11.000 Besucher zählte, die ins-gesamt über 115.000 Bücher ausliehen. Die große Bereitschaft zur Fortbildung unterstrichen auch Vor-tragszyklen, die vor dem Ersten Weltkrieg Abend für Abend über 300 Besucher anzogen. Themen wie "Einführung in das Gebiet der Politik" von Eduard Adler, "Deutsche Geschichte vom Ausgang des Mittel-alters bis zur Französischen Revolution" von Bernhard Rausch, "Geschichte des Entwicklungsgedankens in der Naturwissenschaft" von Engelbert Graf oder "Die Deutsche Dichtung im 19. Jahrhundert" von P. Alberty belegen das breite Interesse der Arbeiterschaft, sich mit naturwissenschaftlichen und geistigen Fragen der Zeit auseinanderzusetzen. Bemerkenswert sind auch Sinfoniekonzerte oder Konzerte der Arbeitergesangvereine, Aufführungen von Chorwerken, Bücher- und Bilderausstellungen, die zum Alltag des Lebens im Gewerkschaftshaus gehörten. Da nimmt es auch nicht Wunder; wenn der bedeutende deutsche Soziologe Ferdinand Tönnies zu den Freunden des Hauses zählte. Ein lebhaftes kulturelles Leben wies das Gewerkschaftshaus auch in den 20er Jahren auf. Ernst Busch, Schauspieler und Sänger der Arbeiterbewegung, gehörte wie viele andere Künstler zu den häufigen Besuchern und aktiv Beteiligten am gewerkschaftlichen

Kultur- und Bildungsarbeit spielte auch nach dem Zweiten Weltkrieg eine Rolle, wenngleich ihre Bedeutung wohl kaum an diejenige der ersten Jahre heranreichte. Auch wandelte sich das Interesse, verlagerte sich auf berufliches Wissen, auf Refa-Lehrgänge und Lehrgänge des DGB-Berufsfortbildungswerks zur Beratung der Arbeitnehmer bei der besseren Durchsetzung ihrer Rechte in den Betrieben mit den Mitteln des Arbeits- und Betriebsverfassungsrechts. Dies geschieht durch qualifizierte Fachleute im Rechts-schutz und in der Technologieberatungsstelle. Bildungsfragen in der Prägung der früheren Jahre, angebo-ten von "Arbeit und Leben" traten in den Hintergrund. Und ein neues Bedürfnis entstand mit zunehmen-dem Wohlstand: die Lust am Reisen. Das Reise- und Freizeitwerk "Nach Feierabend", in den 60er und 70er Jahren ein ergänzendes Angebot in der Mitgliederbetreuung, erfreute sich großer Beliebtheit. Eine Einrichtung, die später im Auto Club Europa (ACE) aufging. Kulturelle Prägung erhielt das Gewerkschaftshaus auch durch zwei Ereignisse nach dem großen Brand im Jahre 1975: die Aufstellung einer heute noch im Hof befindlichen Metallplastik "Allumspannende Solidarität", entworfen und hergestellt vom DGB-Berufsfortbildungswerk, und die Herausgabe einer Grafik der Kieler Künstlerin Luise Wulf von der historischen Fassade des Kieler Gewerkschaftshauses. Vor allem die Grafik fand weit über den Kreis der Gewerkschaftsmitglieder in der Öffentlichkeit großes Interesse.

100 Jahre Kieler Gewerkschaftshaus erweisen sich in der Rückschau als ein lebendiges Spiegelbild der Geschichte organisierter Arbeitnehmerschaft im 20. Jahrhundert. Neben der Gewährleistung von Schutz und Hilfe, etwa durch das frühere Arbeitersekretariat oder in der heutigen Ausprägung eines modernen Rechtsschutzes standen und stehen weiter Einrichtungen eines Hilfswerkes, das in Not geratenen Mitgliedern seit Jahrzehnten und auch heute noch spontane materielle Hilfe gewährt, wenn sie auch dem jeweiligen Wandel der Zeit unterworfen und angepasst sind. Dabei spielt der Symbolcharakter des Hauses weiterhin eine wichtige Rolle im Kieler Gewerkschaftsleben. Es ist das Wissen um die politische Hei-mat, das vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Kiel nach wie vor Zusammenhalt gibt. Einigkeit und Gemeinsamkeit einer selbstbewussten Arbeitnehmerschaft sind unverändert das prägende Merkmal des Kieler Gewerkschaftshauses und ein gutes Fundament, um den Herausforderungen der kommenden Zeit wirksam begegnen zu können. 

Der DGB vor Ort

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